Welche logopädischen Behandlungsbereiche gibt es?

Damit Sie sich ein Bild von den verschiedenen Formen und Ausprägungen möglicher Sprech- und Sprachstörungen machen können, erhalten Sie an dieser Stelle einen Überblick zu den verschiedenen logopädischen Behandlungsbereichen. Übrigens: bei Patienten, die in Folge ihrer Erkrankung nicht in der Lage sind, in unsere Praxis zu kommen, führen wir auf ärztliche Verordnung auch Hausbesuche durch.

Artikulationsstörungen (Dyslalie)

Die Kinder können einzelne oder mehrere Laute nicht richtig aussprechen. Dies kann dazu führen, dass sie Laute entweder ganz auslassen ( z. B. „-ing“, statt „Ring“), oder Laute durch andere ersetzen (z.B. „Hing“, statt „Ring“)
Es können aber auch ganze Lautgruppen, z. B. Reibelaute wie f, w, sch, ch und s, durch einen anderen Laut ersetzt werde, was dazu führt, dass diese Kinder kaum oder nur sehr schwer zu verstehen sind.
Eine sehr bekannte Artikulationsstörung ist das “Lispeln”, bei dem die Zunge während des Sprechens zwischen die Frontzähne rutscht.

Dysgrammatismus

Unter einem Dysgrammatismus versteht man Störungen, die den Satzbau betreffen. Die Wörter stehen innerhalb des Satzes nicht in der richtigen Reihefolge, z. B: “ ich gleich ein Eis esse” oder Wortformen werden nicht korrekt gebildet: "gestern ich hat Limo trinkt".

Sprachentwicklungsstörungen

Bei einer Sprachentwicklungsstörung sind mehrere sprachliche Bereiche betroffen. Diese Kinder zeigen sowohl Störungen im Bereich des Satzbaus, als auch im Wortschatz und Sprachverständnis. Darüber hinaus können der Sprachrhythmus und die Betonung auffällig sein. Oft geht die Sprachentwicklungsstörung auch mit einer Artikulationsstörung einher.

Late-Talker/Late-Bloomer

In der normalen Sprachentwicklung tritt um den 2. Geburtstag ein so genannter “Vokabelspurt” ein, bei dem die Kinder bis zu 9 Wörter täglich neu dazu lernen. Bleibt dieser Vokabelspurt aus, ist eine Abklärung notwendig, um den “Late-Talker” vom “Late-Bloomer” abzugrenzen.
Beim Late-Bloomer entwickelt sich die Sprache zeitlich versetzt und normalisiert sich bis zum dritten Geburtstag. Des Weiteren haben diese Kinder im Gegensatz zum Late Talker, der in der Regel eine Sprachentwicklungsstörung ausbildet, ein unauffälliges Sprachverständnis.

Myofunktionelle Störungen

Diese Störung fällt in der Regel bei der kieferorthopädischen Untersuchung auf: während des Schluckens drückt die Zunge gegen oder zwischen die Frontzähne. Dies kann zu Zahnfehlstellungen führen oder eine Korrektur der Zahnstellung mit Hilfe einer Zahnklammer erschweren.

Zentral-auditive Wahrnehmungsstörungen/ Lese-Rechtschreibstörungen

Auch wenn das Kind im Alltag gut hört, kann es bei der Verarbeitung von Hörreizen im Gehirn zu Problemen kommen. Dies äußert sich z. B. durch eine reduzierte Merkspanne für Wörter, die Verwechslung ähnlich klingender Laute beim Schreiben (z. B. g und k, b und p) oder dadurch, dass ein Kind empfindlich auf Geräusche und eine erhöhten Lärmpegel reagiert. Ebenso kann das Analysieren und Zusammensetzen von Wörtern und Lauten gestört sein, wodurch die zentral-auditive Wahrnehmungsstörung häufig zu Problemen in der Sprachentwicklung, vor allem beim Lese- und Rechtschreiberwerb führt.

Stottern

Beim Stottern handelt es sich um eine Redeflussstörung, die meist bei Kindern auftritt, in einigen Fällen jedoch bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt. Im Rahmen der normalen Sprachentwicklung treten häufig Unflüssigkeiten wie z. B. lockere Wortwiederholungen oder Lautdehnungen auf, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Wenn die Unflüssigkeiten jedoch begleitet sind von starker Anspannung und Mitbewegungen oder wenn das Kind beginnt, Sprechsituationen zu meiden, sollten sie auf jeden Fall mit ihrem Kinderarzt darüber sprechen, ob eine logopädische Abklärung sinnvoll ist.
Auch Jugendliche und Erwachsene mit chronischem Stottern werden in unserer Praxis behandelt und können von einer logopädischen Therapie profitieren.

Stimmstörungen

Die Stimme ist nicht mehr belastbar und klingt verändert. Die Betroffenen spüren eine große Sprechanstrengung bis hin zu Schmerzen im Halsbereich. Oftmals tritt begleitend ein Fremdkörpergefühl verbunden mit dem Drang auf, etwas weghusten oder wegräuspern zu müssen. Dies erzeugt insbesondere bei Menschen, die beruflich auf eine funktionierende Stimme angewiesen sind, großen Stress.
In jedem Fall führt eine eingeschränkte Stimmfunktion zu Beeinträchtigungen im sprachlichen und sozialen Miteinander.

Aphasie

In Folge eines Schlaganfalles oder im Rahmen fortschreitender Erkrankungen können durch Durchblutungstörungen in bestimmten Hirnregionen Sprachstörungen ausgelöst werden. Diese können die Wortfindung, das Sprachverstehen und auch schriftsprachliche Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben beeinträchtigen.

Dysarthrie

Ebenfalls in Folge einer neurologischen Erkrankung kann es zur Artikulationsstörungen bei Erwachsenen kommen. Die Aussprache klingt verwaschen, undeutlich und verlangsamt. Des Weiteren können auch die Atmung und die Stimme betroffen sein.

Morbus Parkinson

Im Rahmen der Parkinson-Erkrankung können Auffälligkeiten in Stimme, Atmung, Mimik und Artikulation die Kommunikation erschweren. Des Weiteren können auch die Sprache und das Schlucken in Mitleidenschaft gezogen werden.

Demenz

Bei Demenzerkrankungen wie z. B. der Alzheimer-Demenz kommt es auch zu einem Abbau der sprachlichen Fähigkeiten. Über eine gute sprachliche Aktivierung kann der Versuch unternommen werden, die Kommunikation möglichst lange zu erhalten. Außerdem spielt hier die Beratung der Angehörigen eine große Rolle, um den Umgang mit den sprachlichen Defiziten im Alltag zu erleichtern.

Schluckstörungen (Dysphagie)

Ein weiteres Störungsbild in Folge eines Schlaganfalles ist die Dysphagie. Hier sind die Abläufe des Schluckvorganges gestört. Ein Symptom ist ein häufiges Verschlucken.

Therapie bei Cochlea Implant (CI)

In dieser Behandlung wird die Hörfähigkeit mit Hörprothese (Cochlea Implant) trainiert. Diese Patienten müssen den Umgang mit den Hörreizen, die das Cochlea Implant liefert, neu lernen, um ihre Hörfähigkeit wiederzuerlangen.

Sprechapraxie

Bei der Sprechapraxie ist die motorische Planung in Folge einer neurologischen Erkrankung beeinträchtigt. Dies führt zu eingeschränkter Verständlichkeit, verlangsamtem Sprechen und einer erhöhten Sprechanstrengung.

Facialisparese

Bei einer Facialisparese kommt es zu Lähmungen der Gesichtsnerven, wodurch die mimische Muskulatur beeinträchtigt wird. Ein fehlender Lidschluss und Lähmungen einer Gesichtshälfte sind typische Symptome.